• Preisschwankungen – ein „Must have“ bringt nur Ärger

    Am 10. März 2015 veröffentlichte die WirtschaftsWoche einen Artikel mit der Überschrift „Preisschwankungen verärgern die Kunden„.

    Wir müssen gestehen, das haben wir uns schon länger gedacht! Und daher gibt es einen kurzen Kommentar zu diesem Artikel von uns!

    Im Artikel heißt es, dass allein Amazon jeden Tag 2,5 bis 3 Millionen Preisänderungen vornähme (Originalzitat von Thomas Täuber). Das ist eine Zahl die durchaus erschreckend wirkt, finden wir. Und damit ist Amazon ja nicht allein. Viele Online Händler haben eine Preisstrategie, die täglich oder zumindest wöchentlich ihre Preise abändert. Wann hatten wir schon mal eine so schnelle Preispolitik? Weiter heißt es, dass früher die Frage nach „Wo kaufe ich?“ gestellt wurde und heutige Kunden aber viel weiter denken müssten, nämlich im Rahmen von „Wann kaufe ich wo?“.

    Bedenkt man, dass zu den unzähligen Shops im Internet auch noch der Stationäre Handel als Einkaufsmöglichkeit ja durchaus weiter präsent ist, stellt sich uns die Frage: Verwirren wir den Kunden nicht zu sehr? Die Meinungen der Zitatengeber und der Autoren scheint klar: Natürlich verärgert dies den Kunden. Es mag Branchen geben, da ist so eine Preispolitik gang und gäbe, aber ausgeweitet auf nahezu alle täglichen Bereiche wird „shoppen“ mit Preisschwankungen doch deutlich frustrierender, wenn ich 5 Minuten nach meinem Kauf doch einen günstigeren Preis sehe!

    Die neuste Taktik der Händler: Gleichbleibende Preise bei individualisierten Rabatten. So wollen sie dem Missmut entgegen wirken, dass Kunden über die Preisgestaltung der Händler ärgern. Das soll am besten dazu führen, dass Kunden akzeptieren beispielsweise als Fluggast vermutlich einen ganz anderen Preis gezahlt zu haben als der Sitznachbar, so der Artikel.

    Unsere Meinung

    Der Online Handel hat einen Vorteil: Er kann schnell reagieren und die Kunden sehen es in 80% aller Fälle auch viel zu spät, wenn die Preise sich ändern. Was einst als Vertriebs-Strategie begann (Händler wollten unentschlossenen Kunden entgegen kommen. Beispielsweise sind Kosmetika Freitags vor dem Wochenende günstiger…), ist nun ein echtes Kundenproblem: Denn denken wir an die Diskussionen um die Benzin-Preise (nicht die Höhe sondern die Schnelllebigkeit und die enormen Unterschiede) und um die elektronischen Preisschilder im Suppermarkt, so erkennen wir: Der Endverbraucher ist nicht bereit, sich erstens „veräppeln“ zu lassen und zweitens auf seine Produkte so lange zu warten, bis es den günstigsten Preis hat.

    Es erscheint uns auch ein wenig wie ein Aktien-Spiel an der Shopping-Börse: Wer wartet wann wie lange, um einen Kauf zu tätigen. Ändern sich Prestige-Gespräche bald von „Mein Haus, mein Boot, mein Auto…“ in „Mein Haus habe ich im Winter für nur 10.000 Euro bauen lassen, mein Boot war Montags günstiger als Freitags…“?

    Wir befürchten das dieses Verhalten auch wieder zu einer enormen „Geiz ist geil“ Haltung werden könnte. Doch wir alle wissen, irgendwo muss dann gespart werden. Vielleicht sollten wir alle mal in Betracht ziehen, denn Preiskampf nicht bis ins Utopische zu fokussieren?